Concours d'Excellence International Luzern | Histoire 1928-1955
15678
page-template,page-template-full_width,page-template-full_width-php,page,page-id-15678,ajax_fade,page_not_loaded,,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-17.0,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,pc_unlogged,wpb-js-composer js-comp-ver-5.5.5,vc_responsive
 

Histoire 1928-1955

Geschichte 1928-1955

INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZEN FÜR AUTOMOBILE IN LUZERN

Die Gründung der ACS Sektion Luzern

Die Sektion Luzern des Automobil Clubs der Schweiz (ACS) wurde am 2. Juli 1908 mit dem Ziel gegründet, die Interessen der Automobilisten der Zentralschweiz am besten zu fördern.
Es soll alles dafür getan werden, um als Sektion Luzern beizutragen, die Boykottierung der Schweiz durch ausländische Automobilisten zu verhindern. Dabei stand auch der Schutz des Handels- und des Tourismusverkehrs auf der Gotthard Strasse und über den Vierwaldstätter-See im Brennpunkt.
Die junge Sektion Luzern kämpfte wie andere Sektionen des ACS gegen die verschiedenen Verbote und Anfeindungen des individuellen Verkehrs. Bald wurden Geschicklichkeitsfahrten, Brennstoff-Konkurrenzen, Zuverlässigkeits- und Sternfahrten durchgeführt. Rennprüfungen
im Sektionsgebiet wie zum Beispiel Kriens-Eigenthal wurden organisiert und fanden nationale Bedeutung.

I. INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZ FÜR AUTOMOBILE
11. AUGUST 1928

Als Neuheit in der Schweiz lud der damalige Vorstand der ACS Sektion Luzern zur „I. Schönheitskonkurrenz für Automobile“ am 11. August 1928 Gäste und ACS Mitglieder ein. Der Chronist der ACS Sektion Luzern berichtete wie folgt darüber: „Ein unvergleichlicher schöner Sommertag ging über der Veranstaltung auf. Die elegante Welt gab sich Rendezvous am Quai, wo die Jury gegenüber dem Kursaaleingang die 95 Wagen vor sich Revue passieren liess. Ein glänzender Korso, angeführt vom Präsidenten und Initianten des Festes, Herrn C.J. Bucher, erntete den ungeteilten Beifall der Zuschauer und übertraf alle Erwartungen.“

II. INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZ FÜR AUTOMOBILE
03. AUGUST 1929

Wieder meldeten sich 70 Konkurrenten an. „Ein Triumph der Technik – Mustergültige Organisation – Highlife“ titelte die Automobil-Revue den Bericht über die „II. Luzerner Schönheitskonkurrenz“. Weiter wird berichtet: „Den unbestreitbarsten Publikumserfolg holte sich hier Zirkusdirektor Knie, aus dessen Fond eine Josephine Baker mit einem drei Monate alten Löwenbaby grinste. Ja, wenn seine Maskotten aus der ganzen Manege wählen kann !“. Das Defilee der Konkurrenten vorbei an der Jury wurde vom Zürcher Rennfahrer William Escher auf einem ockergelben Bugatti mit einer Carrosserie von Gangloff in Colmar angeführt. Zirkusdirektor Karl Knie, Luzern mit der einzigartigen Begleitung erreichte den dritten Platz in der Gruppe F: Geschlossene Wagen mit Innenlenker.

III. INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZ FÜR AUTOMOBILE
02. AUGUST 1930

Unter tiefblauem Sommerhimmel und strahlender Vormittagssonne wurde die III. Internationale Schönheitskonkurrenz für Automobile in Luzern eröffnet. Wiederum sind 77 Konkurrenten aus dem In- und Ausland angetreten. Einheimische Carrossiers wie die Firma Ruckstuhl, Luzern aber auch Hermann Graber aus Wichtrach, die Basler Carrossiers Reinbolt & Christe und Heimburger und weitere namhafte Vertreter des einheimischen Carrosseriegewerbes brauchten den Vergleich mit den anwesenden Kollegen aus Frankreich, Italien und Deutschland nicht zu scheuen.

Mit Hans Stuck von Villiez und Rudolf Carraciola sind auch zwei bekannte und erfolgreiche Rennfahrer im Wettbewerb. Während dem Hans Stuck auf Austro-Daimler seine Klasse (Serien-Carrosserie) gewinnt, kann Rudolf Carraciola auf Mercedes Benz drei Preise entgegen nehmen. Er gewinnt seine Klasse (Spezial-Carrosserie), den Spezial-Preis „Best beurteilter Wagen mit ausländischer Polizeinummer“ und den Preis „Best beurteilter Wagen sämtlicher Gruppen“.

Einige Tage später findet wiederum zwischen Stuck und Caracciola ein Duell in der Innerschweiz statt. Diesmal am Klausenpass: Auch hier hat Rudolf Caracciola auf einem Mercedes SSK gegenüber Stuck auf einem Austro-Daimler die Nase vorn.

IV. INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZ FÜR AUTOMOBILE
17. UND 18. JULI 1948

Als Neuerung und Programm-Erweiterung wurde neben der „IV. Internationalen Schönheitskonkurrenz für Automobile“ in der Allmend der I. Nationale Slalom-Lancé durch die Sektion Luzern des ACS durchgeführt. Beiden Anlässen war diesmal kein Wettglück beschieden. Die Freude der Slalom Fahrer und der Teilnehmer an der Schönheitskonkurrenz war durch Daurregen etwas getrübt. Trotzdem wurde es ein fröhliches Fest, allen Wettenwidrigkeiten zum Trotz.

Zum ersten mal beurteilte die Jury am Samstagvormittag die 86 Automobile im Wettbewerb in der Festhalle in der Allmend. Bei der Parade am Samstagnachmittag konnte sich die Jury nochmals ein Bild der zu bewertenden Automobile machen. Zwei Automobile mit einer Carrosserie von Hermann Graber traten in der Gruppe B Spezial-Carrosserien gegeneinander an; ein Delahaye 135 Cabriolet und einem Bentley Mark VI Cabriolet. Sehr erfolgreich, den der Delahaye erreichte eine hohe Gesamtpunktzahl, was ihm den ersten Rang vor einen Alfa-Romeo mit Pinin Farina Carrosserie einbrachte. Dann folgte im dritten Rang der ebenfalls von Graber carrossiert Bentley. Der Preis für das schönste Fahrzeug der Konkurrenz ging ebenfalls an ein Delahaye 135 Cabriolet, diesmal mit Ghia Carrosserie.

V. INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZ FÜR AUTOMOBILE
11. UND 12. JUNI 1949

Diesmal sah das Reglement nicht eine Einteilung der Fahrzeuge nach dem Verwendungszweck sondern nach ihrer Herkunft vor. Serien Fahrzeuge wurden gegen Spezial Carrosserien ausgespielt. Die am Samstagnachmittag und am Sonntagmorgen unter reger Publikumsbeteiligung durchgeführte Vorprüfung der Automobile bot Gelegenheit, das Verbindende und Trennende unter den Serienwagen und den Spezial Carrosserien zu vergleichen. Den 56 Serien Fahrzeuge standen 11 Spezial Carrosserien gegenüber, die vor allem durch Ideenreichtum und Kreativität überzeugten.

Unter den elf Spezial Carrosserien waren neben Pinin Farina (Alfa Romeo, Bentley) und Ghia Turin (Delahaye) auch die Schweizer Gebrüder Beutler (Porsche, Bristol), Graber (Alfa Romeo), Köng (Riley) vertreten und holten dabei auch einige Gruppen- und Spezial-Preise. Als schönstes Fahrzeug der Konkurrenz ging der Bentley Mark VI mit Pinin Farina Carrosserie hervor. Der Luzerner Carl Bucherer mit einem Lincoln 1949 gewann in der Gruppe Serienwagen in Originalfabrikausführung die Klasse „geschlossene Wagen“.

VI. INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZ FÜR AUTOMOBILE
06. BIS 08. JULI 1951

Die sechste Veranstaltung begann bereits am Freitag in der Festhalle Allmend, wo bis bis Sonntag um 12.00 Uhr eine grosse Autoschau veranstaltet wurde. Die Jury begann bereits am Freitag mit der Beurteilung der gemeldeten Fahrzeuge in der Festhalle und setzte ihre Arbeit dann am Samstag fort. Am Sonntagnachmittag wurden dann am Nationalquai die preisgekrönten Fahrzeuge präsentiert und die verschiedenen Preise verteilt.

Die teilnehmenden Automobile wurden in zwei Gruppen eingeteilt, Gruppe A Wagen mit Original-Fabrikausführung und Gruppe B Wagen mit Spezialkarosserien. Wiederum war die Teilnahme international. Bei den Spezialkarosserien vertrat Franay und Chapron (beide Delahaye) die Franzosen, während dem die Italienischen Carrossiers durch Touring (Alfa Romeo, Ferrari, Fiat), Ghia (Armstrong-Siddley, Fiat), Stabilimenti Farina (Lancia Aurelia), Frua (O.S.C.A.) und Viotti (Fiat) vertreten waren. Das einheimische Schaffen der Schweizer Carrossiers war durch Weibel (Austin A40), Worblaufen (Peugeot 203), Beutler (Jowett-Jupiter, Austin A90), Graber (Alvis, Talbot), Langenthal (Lancia-Aurelia) vertreten, die auch Klassen Preise entgegen nehmen durften. Den Spezialpreis für das schönste Fahrzeug der Konkurrenz errang ein in Turin karossierter Lancia Aurelia Stabilimenti Farina.

Anlässlich der Modeschau im Rahmen der „Schönheitskonkurrenz für Automobile“ wurden erstmals eine Auslese neuester Modelle für den Herbst und Winter vorgestellt.

VII. INTERNATIONALE SCHÖNHEITSKONKURRENZ FÜR AUTOMOBILE VON 20. BIS 22. MAI 1955

In der Einladung schreibt die Sektion Luzern des ACS, dass der Erfolg der Veranstaltung vor allem von der Beteiligung der Carrosserie Industrie und des Autohandels abhängt. Da hilft es, wenn wiederum der Europäische Carrosserie Verband mit der Übernahme des Patronates seine Sympathie mit der Luzerner Schönheitskonkurrenz bekundet. Wie bei der letzten Schönheitskonkurrenz wurden die teilnehmenden Fahrzeuge am Wochenende in der Festhalle Allmend ausgestellt und prämiert.

Um der Veranstaltung noch einen attraktiveren Charakter zu geben, wurde rund um die Schönheitskonkurrenz ein grosses Frühlingsfest organisiert, dessen Hauptmerkmale zwei grosse Festumzüge waren. Blumenkorso, kostümierte Kindergruppen, in- und ausländischen Musikkorps, historische Fahrzeuge und die preisgekrönten Fahrzeuge waren Bestandteil der Festumzüge des Luzerner Frühlingsfestes.

Über 70 Automobile nahmen wiederum teil und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Serienwagen mit Original-Fabrikausführung und Wagen mit Spezialkarosserien. So präsentierte zum Beispiel Vignale den einzigartigen Fiat 8V und Pinin Farina das Lancia Aurelia Coupé PF 200. Die Schweizer Gebrüder Beutler waren mit einem VW Coupé und einem VW Cabriolet erfolgreich angetreten. Die Gebrüder Ramseier von der Carrosserie Worblaufen gingen mit einem Lancia Aurelia Cabriolet in den Wettbewerb und belegten hinter dem Fiat 8V Vignale den zweiten Platz (Klasse 2 bis CHF 30000.00 Anschaffungspreis).

Urs P. Ramseier, Swiss Automotive Documentation and Research Center Safenwil
Mai 2016